Zeitungsartikel aus der 

 

Nasser Weg bis zum Wasser-Rettungshund

   

Mit Hilfe eines Dummys und gehörigem Spieltrieb des Hundes soll aus dem Neufundländer ein Rettungshund werden. (mas)

Plettenberg. (mas) "Platsch!" Das Wasser spritzt auf, ein kurzes, freudiges bellen und schon paddeln knapp 65 Kilo Zottelhund durch die Oester. Neidische Blicke aus 30 anderen, treu-braunen Hundeaugen: Warum darf der schon schwimmen und wir nicht?

Am vergangenen Sonntag ging es an der Oestertalsperre wahrhaftig haarig zur Sache. Während sich Deutschlands Schulkinder über die Ferien freuen, fängt für 15 Neufundländer aus Plettenberg, Meinerzhagen und sogar Herten der Ernst des Lebens erst richtig an. Auf dem Plan steht: Wasserrettung. Aus einem ganz normalen Familientier soll der "Baywatch" unter den Hunden werden. Unterrichtsstunde Nummer eins: Das Schwimmen.

Die Theorie sieht ganz einfach aus. Ein Dummy wird geworfen und auf Kommando springt der Hund ins Wasser, holt den schwimmenden Gegenstand wieder heraus. Später soll der Hund in der Lage sein auch einen Menschen aus seiner Wassernot zu befreien. Die Praxis ist dann doch etwas schwerer. Trainerinnen Brigitta Boonen, Marita Seyfert und Brigitte Weil haben alle Hände voll zu tun. Der eine kaltschnäuzige Wollriese kann gar nicht genug von dem kühlen Nass bekommen und denkt nicht im Traum daran das Schwimmvergnügen schnell enden zu lassen. Ein anderer steht nach zwei Schritten in Richtung Fluten wie eine betonierte eins und bewegt sich keinen Millimeter mehr: Schwimmen? Ich? Nie im Leben!

Aber nicht nur die Wasserarbeit steht auf dem Stundenplan. Auch der Gehorsam! Dieser wichtige Teil der Ausbildung wird in Zukunft nicht nur im Wasser sondern auch an Land geübt. Mit Sitz, Platz und Komm wurde noch kein Menschenleben gerettet. Das Kommandovokabular von Hund und Halter wird sich in Zukunft noch erheblich erweitern.

Zeitintensive Ausbildung

Der Weg um aus einem normalen Familien-Neufundländer einen Rettungshund zu machen ist lang, zeitintensiv und erfordert eine enorme Arbeitsbereitschaft von den Zwei und Vierbeinern. Zwei mal im Monat wollen sich Besitzer, Trainer und natürlich auch Hunde treffen und an sich, ihren Schwimmkünsten und dem Gehorsam zu arbeiten. Das Warnschild "Hier wache ich" könnte dann zur Abwechslung nicht mehr nur als angsteinflößende Drohung, sondern als ein Sicherheit gebendes Versprechen verstanden werden. Doch bis dahin liegen noch viele nasse Stunden vor den bellenden Riesen, ihren Besitzern und natürlich den Ausbildern.

11.07.2005   

        

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