Was unterscheidet Wasserrettungsarbeit von der Wasserarbeit?

Wasserrettungsarbeit

Die Rettungshundeausbildung ist weder Spaß noch eine andere Art von Hundesport. Die Arbeit als Rettungshundeteam bedeutet jederzeit zur Rettung eines Menschen einsatzbereit zu sein.

Jeder, der in der Rettungshundearbeit tätig sein möchte, sollte sich darüber im Klaren sein,

  • dass er als Hundeführer eine große Verantwortung für seine Mitmenschen übernimmt
  • dass man evtl. bei misslungenen Rettungsaktionen zur Rechenschaft gezogen werden kann
  • dass bei einem Rettungseinsatz auch der eigene Hund in große Gefahr gebracht werden kann

Gerade Ertrinkende (auch Kinder) die in Panik geraten, entwickeln große Kräfte und klammern sich dann so an den Hund, dass dieser nicht mehr schwimmen kann und dadurch beide ertrinken.

Ein Hund kann sich nicht durch einen Befreiungsgriff, wie ihn die menschlichen Rettungsschwimmer anwenden, befreien. Deshalb werden Hunde in der Wasserrettungsarbeit nur zusammen mit einem Rettungsschwimmer zu einem Ertrinkenden geschickt, um den Rettungsschwimmer bei seiner Arbeit zu unterstützen.

Was vielen nicht bekannt ist, ist dass auch ein Hund - oft durch Überforderung des Hundeführers - ertrinken kann.

Außerdem muss der Hundeführer über eine gute Kondition verfügen und auch der Hund muss gesund und sehr lernwillig sein. Hinzu kommt noch das Training für die Wasserarbeit und Erste Hilfe-Kurse, die regelmäßig besucht und aufgefrischt werden müssen. Ebenso muss der Hund sich auch einer jährlichen Prüfung unterziehen und nur wenn er diese bestanden hat, bleibt er als Rettungshund einsatzfähig.

Sollten Sie ernsthaftes Interesse an der Wasserrettungsarbeit haben, dann wenden Sie sich bitte an die zuständigen Rettungshundestaffeln.

 

Wasserarbeit

Zuerst möchten wir darauf hinweisen, dass die Hunde unserer Wasserarbeitsgruppe nicht in der Wasserrettung ausgebildet werden.

Der Neufundländer wurde im Ursprung als Helfer der Fischer und Seeleute auf der Insel Neufundland, die den Hunden auch den Namen gab, eingesetzt. Sie halfen ihnen beim Einholen der Netze sowie die Fischerboote an Land zu ziehen. Aber auch an Bord war der Neufundländer von großem Wert, da er oft ertrinkende Seeleute rettete und ins Wasser gefallene Gegenstände apportierte.

Dieser Instinkt für die Wasserarbeit ist dem Neufundländer bis heute erhalten geblieben und wir möchten diese natürliche Veranlagung erhalten und weiter ausbilden.

Dazu beginnen wir schon im Welpenalter mit der Wasserarbeit, indem der Welpe an leicht zugänglichen Stellen von seinem Hundeführer auf spielerische Art mit dem Wasser bekannt gemacht wird . Zuerst wird an flachen Stellen mit dem Hund gespielt und dann arbeitet man sich nach und nach an tiefere Stellen vor, bis der Hund schwimmt. Auf diese Art kann man auch einem älteren Hund das schwimmen beibringen.

Wichtig ist bei allen Übungen, dass Mensch und Hund Spass an der Sache haben. Deshalb arbeiten wir mit viel Motivation. Ein weiterer wichtiger Aspekt für positives Arbeiten ist das Vertrauen zwischen den einzelnen Teams (Mensch und Hund). Deswegen sollte jeder Hundeführer mit seinem eigenen Hund arbeiten.

Sobald der Hund schwimmen kann wird mit dem Ausdauertraining begonnen, damit er ohne Ermüdung zurück ans Land kommt.

Als Nächstes steht das Apportieren von kleinen Gegenständen auf dem Stundenplan. Dies wird jedoch zuerst an Land geübt, bevor es ins Wasser geht. Nach und nach werden die Gegenstände dann immer größer und schwerer, bis der Hund in der Lage ist auch ein Boot oder Surfbretter sicher an Land zu bringen.

Der Hund soll aber nicht nur Boote an Land ziehen, sondern er soll auch lernen selber im Boot mit zu fahren und auch aus dem Boot zu springen, um an Land zu schwimmen. Aber auch der Sprung aus dem Boot muss trainiert werden.

Und auch das gehört zur Wasserarbeit "Ruhe bewahren", d.h. der Hund muss an voll besetzten Ufern ruhig vorbei gehen und er muss lernen andere Hunde im Wasser zu sehen, ohne selber ins Wasser zu springen. 

Unsere Methoden der Ausbildung sind im Prinzip dieselben wie bei der Wasserrettungsarbeit, nur arbeiten wir mit Dummys und gestellten Situationen.

 

Nach oben